Der alltägliche Heimwerker Wahnsinn – Oder einfach nicht widersprechen!!

Habt ihr es auch schon einmal erlebt, dass ihr zu Hause die Wohnung auf Vordermann bringen möchtet und dabei auf die Idee gekommen seid, dass die Frau ja mithelfen könnte. Normal macht man sich ja zuvor ein paar Gedanken und legt sich einen Plan zurecht. Als erstes soll der Flur neu gestrichen werden. Gut, dann zuerst die Klamotten von der Garderobe weg, Schrank in die Mitte rücken, alle Kabel die rumliegen verstauen, Telefon ausstecken.. Hmmm … Steckdosen abkleben, Fenstersims abkleben.. Ok, jetzt müsste man alles haben. Dann braucht man Folie und Malervlies um alles abzudecken und natürlich Farbe.

Mit diesem Plan geht man in den Werkzeugkeller und schaut mal nach, was davon alles im Haus ist. Die Frau könnte ja schon einmal damit anfangen, die Garderobe leer zu räumen, damit man gleich anfangen kann. Nach einer gefühlten Stunde Suche im Werkzeugkeller und auf dem Dachboden stellt man fest, dass nichts zu Hause ist. Ok, ab ins Auto und zum nächsten Baumarkt um alles einzukaufen.

Als man dann endlich vom Einkaufen zurückkommt, alles ausgeladen hat (ohne Hilfe – Frau nicht auffindbar) und alles in die Wohnung geschleppt hat, stellt man fest, dass die Garderobe immer noch mit Jacken und Schaals und Handtaschen behangen ist. Seine Frau sucht man zuerst vergeblich, wie vom Erdboden verschluckt, als man dann irgendwann ein Lachen und Gekichere vom Balkon hört. Da sitzt sie nun, raucht genüsslich eine Zigarette und trinkt telefonierend einen Kaffee. „Sorry Bekannte hatte angerufen, hatte keine Zeit Garderobe auszuräumen“ wäre ja noch eine annehmbare Entschuldigung, aber meistens läuft es doch so ab, dass man noch nen Spruch bekommt wie „wo warst du denn so lange…“.

Also packt man erst einmal alle Klamotten und was sonst noch so dran hängt und wirft erstmal alles auf das Sofa im Wohnzimmer. Gut, Garderobe leer. Abschrauben. Ich hatte doch erst letztens den Schraubenzieher da vorne in die Schublade gelegt. Da geht sonst niemand ran, da finde ich es sofort. Leer. Kurz mal überlegen und in den Werkzeugkeller gehen, hab ja noch mehr Schraubenzieher. Zu klein, Spitze abgebrochen, Kreuzschlitz – brauche einen Schlitzschraubenzieher, verdammt ich brauche neues Werkzeug…

Gut, wieder hoch und Frau fragen ob sie denn meinen Schraubenzieher weg hat. Schaaatz??? Hast du meinen Schraubenzieher gesehen??? Iiich??? Sowas brauch ich doch nicht. Ich hab das nicht weg. Das wirst du schon selbst gewesen sein!!!!

Also gut, dann schenke ich mir erst einmal eine Tasse Kaffee ein. Ruhig Blut. Nachdem man nachdenklich in die Küche geht und überlegt wie man diese Schrauben rausbekommt, sieht man den Schraubenzieher in der Küche liegen…!!! Schaatz?? Warum liegt mein Schraubenzieher in der Küche??? Ach genau, den hatte ich ja heute früh gebraucht, der blöde Deckel ist nicht aufgegangen… Erst einmal einen Schluck Kaffee nehmen und ganz ruhig. Wir haben ja noch nicht einmal angefangen.

Gut 1 Stunde später ist die Garderobe abgebaut, alles aufgeräumt und abgedeckt. Meine Frau hat es dann auch endlich geschafft und mir geholfen, die Plane über alles drüber zu legen. Farbeimer geholt, Farbrolle raus und angefangen die Wand zu streichen. Wenn man mal anfängt, dann geht das ja schnell.

Gegen 14 Uhr war der Flur dann komplett neu gestrichen. Was wären wir ohne unsere Frauen?? Da fällt ihnen dann meistens noch ein, dass man ja etwas verändern könnte. Man könnte da ja jetzt ein Regal hinmachen. So ein schönes. In Weiß.

Mit dieser Fülle an Informationen und mit meiner Frau sind wir dann zu einem schwedischen Möbelgigant gefahren, um ein schönes weißes Regal zu kaufen. Gibt ja nur ne kleine Auswahl – dachte ich. Oh mann, ich war hier schon lange nicht mehr. Da gibt es ja von klein bis groß, von eckig bis rund in allen Farben etwas. Bin ja klug, möchte ja keinen Stress. Also hab ich mir gedacht, lasse ich meine Frau aussuchen was ihr gefällt. Das gefällt mir sehr gut, das nehmen wir. Schatz, das passt doch nicht zu unserer Einrichtung die wir jetzt haben. Na dann nehmen wir halt das hier, das ist auch schön. Schatz, das ist doch viel zu klein, da bekommst du doch nicht das alles drauf, was du draufstellen möchtest. Ja dann nehmen wir halt zwei.  Das passt doch nicht mehr in den Flur rein!! Ja dann nehmen wir doch das erste wieder und nehmen auch gleich eine neue Garderobe mit…. Männer, ihr kennt das. Wer widerspricht hat verloren. Also hab ich widersprochen und gesagt, dass wir doch nur ein Regal wollten und nicht gleich eine ganz neue Einrichtung. Wie gesagt, wer widerspricht hat verloren.

Beim Einladen des neuen Regals, der neuen Kommode und der neuen Garderobe gibt es ja, wenn man ein kleineres Auto hat, Platzprobleme. Da hätte ich ja drandenken können, dass das nicht ins Auto passt. Ach was soll ich sagen.. Wer widerspricht hat verloren. Diesmal habe ich mich aber daran gehalten und einen Freund angerufen, der mir mit seinem Auto zur Hilfe kam und meine Frau mitgenommen hat. War einfach kein Platz mehr in unserem Auto 😉

Wer von euch hat denn schon einmal mit seiner Frau zu Hause ein Regal oder eine Kommode aufgebaut? Es gibt so Momente, da muss man einfach für sich alleine sein und auch einmal einen Schluck Kaffee trinken. Manchmal gibt es solche Momente.. Ich glaube wir Männer sind da zu einfach gestrickt. Ich seh ein Brett und eine Schraube und ein Loch, weiß ich -> Schraube in Loch durch Brett und mit Schraubenzieher festgezogen. Das ist ja keine Wissenschaft. Vielleicht sehen wir das als selbstverständlich an, dass wenn man zu zweit ist, das auch einfacher gehen kann. Man kann zusammen schneller arbeiten. Man könnte.

Schatz, kannst du mal das Brett heben. Wo soll ich das denn heben? Na hier. Heb das bitte so ran, dass ich die Schraube da reindrehen kann.

Wieso muss da jetzt die Schraube rein? Sieht man doch, sag ich. Wo sieht man das???

Nicht widersprechen!!!

 

Wir haben es dann geschafft, die Kommode und sogar die neue Garderobe anzubringen. Folie und Malervlies machen wir heute nicht mehr, ist ja auch schon nach 22 Uhr. Ich bin müde und möchte ins Bett.

Dabei wollte ich doch nur mal schnell den Flur neu streichen…

 

Aber was wäre ich ohne meine Frau. Sie hat mich dann noch im Bett überrascht und wollte sich für den chaotischen Tag entschuldigen. So konnte ich dann wenigstens noch ein wenig entspannen und wir sind zusammen eng aneinander gekuschelt eingeschlafen.

Mai 11, 2017
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