Ein unmoralisches Angebot – Teil 3

Heute erzähle ich euch endlich, wie es mit mir und diesem Jens weiterging. Ich hatte ja schon öfter geschrieben, dass ich nicht mal sicher bin, ob er wirklich Jens heißt. Wie ihr in dem letzten Blogeintrag gelesen habt, war Jens mit seiner Gruppe abgereist. Ich wusste zuerst nicht, ob ich sauer oder enttäuscht war. Es hat sich einfach eine Leere aufgetan. und die Schmetterlinge waren auch verflogen. Ich glaube, ich bin in meinem Leben noch nie so enttäuscht worden. Aber was hätte ich auch anderes erwarten sollen? Ich habe mich an einen wildfremden Menschen rangemacht, hatte meinen Spaß, aber er wollte anscheinend nicht mehr. Für ihn war es ein kleiner Flirt, eine kurze Affäre.. Und ich dachte es wäre Liebe.

Meine Freundin hatte noch versucht, mich an diesem Tag aufzubauen, aber wer soetwas schon selbst erlebt hat, der weiß, es geht nicht. Egal was man auch unternimmt, die Leere wird sich so schnell nicht wieder aus dem Körper entfernen. Ich kann da die vielen Frauen verstehen, die sagen, sie wären von einem Mann so enttäuscht worden, sie möchten keine neue Beziehung. Sie bleiben lieber alleine. Und ich fühlte mich ja auch alleine ganz gut aufgehoben in dieser großen weiten Welt.

Am zweiten Tag nach der Schmach, fühlte ich mich schon ein wenig besser, aber ich wusste noch nicht so recht damit umzugehen. Sollte ich mich schmutzig, ausgenutzt fühlen? Oder sollte ich das einfach noch genießen, dass ich meinen Spaß hatte. Wenigstens konnte ich mich wieder an den Strand wagen und dort das Wetter genießen.

Als unser letzter Tag auf Mallorca ankam, vermisste ich die Insel jetzt schon. Es war einfach traumhaft schön hier. Tolles Wetter und auch tolle Menschen. Man konnte Party machen und hatte einfach seinen Spaß. Als wir unseren Koffer gepackt hatten und zur Rezeption runter gingen, wurden wir von der netten Dame mit einem Lächeln empfangen. Sie sprach mich gleich an und fragte nach meinem Namen, ob wir von Zimmer 32 wären. Ich dachte mir noch, habe ich jetzt etwas gewonnen?? Oder was soll der Aufwand? Sie reichte mir dann einen Briefumschlag, der persönlich an mich gerichtet war. Ich schaute wohl etwas ungläubig, denn sie sagte dann gleich noch, dass jemand ein Fax geschickt hätte und diese Nachricht für mich hinterlassen hat. Irgendwie merkte ich, wie mein Herz schneller schlug und mir ein Kloß im Hals steckenblieb. Ich riss den Umschlag auf und nahm das Papier raus.

Sorry dass ich dir nicht gesagt hatte, dass wir in der Früh abreisen. Ich hatte es vergessen. Ich habe nach so langer Zeit endlich wieder jemanden gefunden, dem ich blind vertrauen könnte und ich fand es sehr schön mit dir. Ich hoffe du bist nicht zu sehr verärgert, aber leider konnte ich dir nicht früher irgend ein zeichen geben. Wir sind mit dem Bus in den Norden der Insel gefahren. Ich würde dich gerne wieder sehen. Leider weiß ich nicht mal genau wo du wohnst, oder habe einen Telefonnummer von dir. Ich gebe dir meine Mobilnummer und hoffe du meldest dich bei mir. Wir sind ab Montag wieder in Deutschland und ich würde mir sehr gerne Zeit für dich nehmen.

Melde dich bei mir.

J.

 

Ich merkte nicht wie meine Hände zitterten und mir heiß und kalt wurde. Ich war so aufgeregt und musste auch gleich weinen. Er hat mich also nicht reingelegt, sondern hatte es auch Ernst gemeint. Ich hätte ihn am liebsten sofort angerufen und mich mit ihm getroffen, aber meine Freundin holte mich zurück auf den Boden der Tatsachen und sagte mir, dass ich das immer noch machen könnte. Wir müssen zum Flughafen, der Flieger wartet nicht auf uns. Ich habe mich so sehr auf Deutschland gefreut, dass ich endlich bald zu Hause bin und ihn anrufen kann.

Was soll ich sagen. Morgen kommt er vorbei und wir gehen etwas Essen. Ich bin soooo aufgeregt und freue mich auf ihn. Das erste was ich ihn dann fragen werden ist, wie er heißt.

 

Mai 30, 2017
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