Erotik

Manche Menschen benutzen für den Ausdruck „Erotik“ auch das englische Wort „Sex“. Allerdings hat „Sex“ im eigentlichen Sinne nichts mit „Erotik“ zu tun.
„Erotik“ wird nämlich vom griechischen Wort „eros“ abgeleitet und bedeutet „Liebe“.
Ursprünglich bezeichnete man mit „Erotik“ aber die Ausdrucksform sinnlich-geistiger Zuneigung eines Menschen zu einer anderen Person.

„Erotik“ unterscheidet man von Sexualität und Liebe insofern, da „Sex“ die trieb- und körpergesteuerte Anziehung beinhaltet.
Mit „Liebe“ bezeichnet man die emotional-seelische und mit „Erotik“ die psychologisch-geistige Anziehung zu einer anderen Person.

Die „Erotik“ als Ausdrucksform des Sinnlichen ist darüber hinaus auch eine Betrachtungsweise des Lebens.
Die erotische Sicht kann, so wie auf den Menschen, ebenfalls auf die Natur und die Kunst übergreifen.
Die „Erotik“ lässt Vieles in einem sinnlichen Licht erscheinen.
So kann der Mensch beispielsweise am Frühling vor allem die Düfte der Erde und der Gräser wie auch der Blüten wahrnehmen. In der Kunst locken ihn möglicherweise die Farben, Symbole und Formen. Bei den Menschen selbst sieht man den Körper mit dessen Regungen und Bewegungen oder auch die Verlockungen als Erotik.

Die Stärke der „erotischen Ausstrahlung“ beziehungsweise der „erotischen Signale“, welche ein anderer Mensch „sendet“, wird jedoch nicht nur durch den bloßen Anblick eines möglichst nackten Körpers bestimmt. Vielmehr erzeugen auch bestimmte Kleidungsstücke oder Gegenstände, Mimik und Gestik oder die Sprache sowie die Körperhaltung und Handlungen von Menschen oder auch deren Abbilder die „Erotik“.

Dabei arbeitet die „Erotik“ mit Symbolen. Sie steht aber auch immer in Symbolen.
Je mehr Geschlechtsakt deshalb in den Vordergrund tritt, desto mehr gehen die Symbole verloren.
Trotzdem können aber auch Elemente des Geschlechtsakts als erotische Symbole gelten. Darum sollte man nicht vorschnell urteilen. Zum Beispiel verlässt ein Künstler nicht immer den Bereich der Erotik, wenn er einen Geschlechtsakt darstellt.

Eine weitere Frage dabei ist, ob und wann eine erotische Darstellung für obszön gehalten wird. Das liegt wiederum zum Großteil im Auge des Betrachters.
Bei einem Autor zum Beispiel, liegt es zwar einerseits an ihm selbst, welche Reize von einer Darstellung ausgehen. Andererseits liegt es aber auch an der Sichtweise des Lesers oder Betrachters.
Der Leser oder Betrachter führt damit gewissermaßen einen Dialog zwischen der Erlebniswelt des Künstlers und seiner Eigenen. Letzlich liegt jedoch die Bewertung immer beim Betrachter.
Zum Beispiel entlarven sich also bei einer Pornografiediskussion über Kunst oder Literatur nicht die Autoren, sondern die Betrachter.

Ebenso verhält es sich mit der „Erotik“ im Dienstleistungssektor, welche man gemeinhin auch als „Rotlichtbranche“ diffamiert.
Hierbei verkaufen die Dienstleister überwiegend erotische Illusionen. Natürlich können daraus später auch sexuelle Handlungen entstehen. Genauso, wie auch ein erotischer Roman durchaus einen Geschlechtsakt enthalten kann.

Der scharfe Abrenzungs-Versuch zwischen Erotik und Pornografie oder Erotik und Sexualität, gehört meist in den Rhetorik-Bereich.
In Wahrheit muss aber jeder selbst die Maßstäbe für seinen jeweiligen Geschmack finden und setzen.
Ähnlich wie so ziemlich jeder weiß, dass ein „Jerry-Cotton“-Roman keine große Literatur und eine Porno-DVD kein Meisterwerk erotischer Filmkunst ist.

Juni 16, 2010
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